Schlagwortarchiv: DDR

SER2B -Einadressrechner

#0131

Objektbezeichnung:
Programmgesteuerter elektronischer Kleinrechner
Hersteller / Marke / Herstellungsort
Entwicklung:
VEB Elektronische Rechenmaschinen Karl-Marx-Stadt (ELREMA)
Produktion:
VEB Rechenelektronik Zella-Mehlis
Modell:
SER 2b – Serieller Einadress-Rechner mit Cellatron SE5 /A
Objektart:
Computertechnik / Elektronischer Kleinrechner / Programmgesteuerter Rechner
Datierung:
1964 (Entwicklung SER-Reihe 1961)
Maße:
Gewicht:
Seriennummer / sonstige Nummern:
90
Material / Technik:
Metallgehäuse, elektronische Baugruppen mit Transistoren und Dioden, Magnettrommelspeicher, elektrische Schreibmaschine als Ein-/Ausgabegerät, Lochbandabtaster.
Der Rechner arbeitet vollständig transistorisiert. Als Arbeitsspeicher dient eine rotierende Magnettrommel. Beim SER2B besaß diese 16 Spuren mit jeweils 16 Sektoren zu 48 Bit. Daraus ergab sich eine Speicherkapazität von 1536 Byte. Die Trommel drehte sich mit etwa 3000 U/min.
Beschreibung:
Der SER2B war ein früher programmgesteuerter Kleinrechner der DDR und eine Weiterentwicklung des SER2A. Äußerlich war er diesem weitgehend ähnlich, verfügte jedoch über eine doppelte Speicherkapazität und eine doppelte Rechengeschwindigkeit.

Die Ein- und Ausgabe erfolgte über ein elektrisches Schreibwerk (Cellatron) SE5A. Programme wurden über Lochstreifen eingegeben. Beim SER2B konnten auch Operanden über Lochstreifen zugeführt werden. Eine Verarbeitung von Buchstaben bzw. alphanumerischen Zeichen war nicht möglich.

Der SER2B arbeitete nach dem Prinzip eines programmgesteuerten Einadressrechners. Das Programm wurde im Speicher abgelegt und anschließend Befehl für Befehl abgearbeitet.

Der Befehlsvorrat war mit insgesamt 18 Befehlen vergleichsweise klein:
8 Befehle für die Arithmetik
2 Sprungbefehle
3 Ein-/Ausgabebefehle
2 Transportbefehle
3 Befehle zur Druckersteuerung

Damit konnten trotz des kleinen Befehlsumfangs bereits anspruchsvolle Rechenprogramme erstellt werden.
Funktion:
Die Rechenoperationen waren weitgehend elektronisch fest verdrahtet. Der Rechner beherrschte die vier Grundrechenarten Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Die Struktur der Rechenabläufe orientierte sich noch deutlich an den zuvor üblichen mechanischen und elektromechanischen Rechenmaschinen.

Der Rechner war für wirtschaftliche, technische und wissenschaftliche Berechnungen vorgesehen. Er konnte beispielsweise für Lohnberechnungen, Verwaltungsaufgaben sowie umfangreichere wissenschaftliche Rechenaufgaben eingesetzt werden.
Zustand / Preis /Wert:
Vollständig
Provenienz:
MBN Naunhof, Förderverein FK ISC
Schlagwörter:
SER 2b, SER2b, Einadressrechner, ELREMA, Karl-Marx-Stadt, Zella-Mehlis, DDR, Transistorrechner, Magnettrommelspeicher, Kleinrechner, Computer, elektronische Datenverarbeitung, 1960er Jahre
Bemerkungen:
Der SER2B ist ein besonders wichtiges Zeugnis für den Übergang von der mechanischen und elektromechanischen Rechentechnik zur elektronischen Datenverarbeitung in der DDR.

Mit dem SER2 wurde ein vollständig transistorisierter, programmgesteuerter Kleinrechner in Serie gefertigt. Damit konnten Rechenaufgaben, die zuvor mit mechanischen Buchungs- und Rechenmaschinen durchgeführt wurden, zunehmend elektronisch und programmgestützt bearbeitet werden.

Bemerkenswert ist die enge Verbindung zwischen der älteren Rechentechnik und der neuen Elektronik: Die Arbeitsweise und Befehlsstruktur orientierten sich noch an den Abläufen mechanischer Vierspezies-Rechenmaschinen, während Speicher, Steuerung und Rechenwerk bereits elektronisch mit Transistoren realisiert waren.

Der SER2B zeigt damit sehr anschaulich eine Übergangsstufe in der Computergeschichte: Er war bereits ein programmierbarer Computer, besaß aber noch eine Bedien- und Rechenstruktur, die stark von der klassischen Büromaschinenwelt geprägt war.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
Befehlsliste, Werbematerial, Bedienungshilfen
Literatur / Vergleichsobjekte:
Zeitschriftenreihe „Neue Technik im Büro“ 11/1961 (ein neuer Elektronischer Kleinrechner) bis 06/1966 (Kleinrechner setzen sich durch)
Jacobs/Tumma „Von Mercedes zu Robotron“, Heinrich Jung-Vertragsgesellschaft
Zella Mehlis 2006
Unterlagen zum Symposium „Informatik in der DDR-eine Bilanz“, zu erreichen unter http://www.foerderverein-tsd.de/
Handbuch Kleinrechenautomat Cellatron SER2, Büromaschinenwerke Zella-Mehlis
Bedienungsanleitung Kleinrechenautomat SER2
Bedienungsanleitung Kleinrechenautomat SER2b
Vergleichsobjekte: Cellatron SER2A, SER2C, SER2D
KI-Unterstützung
SER2B Typenschild (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
SER2B Bedienpult und Schreibwerk (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
SER2B Platinen des Rechners (Bild: MEIK RichterA Originalobjekt)
SER2B Trommelspeicher (Bild: MEIK RichterA Originalobjekt)
SER2B Befehlsliste (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)

REISS, System Darmstadt 16 cm

#0008

Rechenschieber REISS, System Darmstadt 16 cm (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Objektbezeichnung:
Rechenschieber
Hersteller / Marke / Herstellungsort
VEB Meß- und Zeichengerätebau Bad Liebenwerda, Betrieb im VEB Kombinat Zentronik (später VEB Robotron-Elektronik und Zeichentechnik Bad Liebenwerda) DDR
Modell:
REISS System/Modell Darmstadt 16 cm
Objektart:
Rechentechnik / Analoges Rechenhilfsmittel / Lehrmittel
Datierung:
Fertigung ab 1960, Exponat ca. 1970
Maße:
L/B/ H: 16 x 4,3 x 0,4 cm
Gewicht:
30 g
Seriennummer / sonstige Nummern:
REISS DDR
Material / Technik:
Kunststoff (meist weißes Polystyrol), logarithmische Rechenskalen, verschiebbarer Mittelsteg, transparenter Läufer mit Haarlinie.
Beschreibung:
Das Modell diente zur Durchführung mathematischer Berechnungen ohne elektrische Energie. Mithilfe logarithmischer Skalen konnten Multiplikationen, Divisionen, Potenzen, Wurzeln sowie trigonometrische Funktionen näherungsweise bestimmt werden.
Der Typ „Darmstadt“ gehört zu den weltweit verbreiteten Standardformen wissenschaftlicher Rechenschieber. Die 16-cm-Ausführung war besonders für den schulischen Unterricht, technische Zeichner, Studenten sowie Ingenieure geeignet. Vor der Verbreitung elektronischer Taschenrechner stellte der Rechenschieber eines der wichtigsten Hilfsmittel für technische und naturwissenschaftliche Berechnungen dar.
Das Objekt dokumentiert eine Epoche der Rechentechnik, in der mathematische Aufgaben mechanisch-analog gelöst wurden und das Verständnis logarithmischer Zusammenhänge Voraussetzung für die praktische Nutzung war.
Funktion:
Analoge Durchführung mathematischer Berechnungen wie Multiplikation, Division, Potenzierung, Wurzelziehung und trigonometrische Berechnungen.
Zustand / Preis /Wert:
gebraucht, Erhaltungszustand objektspezifisch / ursprünglicher Verkaufspreis wenige Mark der DDR / heutiger Sammlerwert ca. 10–40 € je nach Zustand und Vollständigkeit.
Provenienz:
Spende Sabine Morgner (Chemnitz)
Schlagwörter:
Rechenschieber, Reiss; Darmstadt, DDR, Mathematikunterricht, Ingenieurwesen, Analogrechner, Rechentechnik, Rechenhilfe, Lehrmittel
Bemerkungen:
Rechenschieber des Typs „Darmstadt“ gehörten bis in die 1970er- und frühen 1980er-Jahre zur Standardausrüstung von Ingenieuren, Technikern und Studenten. Erst die Verbreitung preiswerter wissenschaftlicher Taschenrechner führte zu ihrem weitgehenden Verschwinden aus Ausbildung und Berufspraxis.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
Kunstlederhülle
Literatur / Vergleichsobjekte:
VEB Mantissa Reiss – Kataloge und Bedienungsanleitungen
Faber-Castell Darmstadt
Nestler Darmstadt
Sammlungen historischer Rechenhilfsmittel und mathematischer Instrumente.
KI-Unterstützung
Hülle REISS, System Darmstadt 16 cm (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Rückseite REISS, System Darmstadt 16 cm (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)

RSM1

#0104

RSM1 (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Objektbezeichnung:
Ruf- und Signalmaschine
Hersteller / Marke / Herstellungsort
VEB Fernmeldewerk Arnstadt (DDR, Vertrieb RFT)
VEB Elektromotorenwerk Hartha (Motor/Generator, DDR, VEM)
Modell:
RSM1
Objektart:
Fernmeldetechnik / Nachrichtentechnik / Vermittlungstechnik
Datierung:
1962 (Produktion der Geräte zwischen 1960 – 1970)
Maße:
B/H/T 38,5 x 20 x 27,5
Gewicht:
ca. 20 kg
Seriennummer / sonstige Nummern:
RSM 15VA GWN – 2133.009-21002Sp / Fabr.-Nr. 00107 (Maschine)
RSM 119 65 6665 55/34788 (Motor/Generator)
Material / Technik:
Metallgehäuse, Elektromotor, Generator, Nocken- und Schaltwerk, elektromechanische Signaltechnik, Gleich- und Wechselstromtechnik, Einsatz in Fernsprechvermittlungsanlagen.
Besonders auf der Rückseite der RSM1 sieht man mehrere Komponenten:
Antriebsmotor, das mechanische Nockenwerk zur Erzeugung der Ruf- und Hörzeichen (mechanisch programmiert) sowie der Relaisblock (RFT) zur Steuerung der Signalabläufe.
Die Signale des Telefonnetzes wurden vollständig elektromechanisch erzeugt – ohne elektronische Schaltungen oder Halbleiter.
Beschreibung:
Die RSM 1 (Ruf- und Signalmaschine) ist ein elektromechanischer Signalgeber für Fernsprechvermittlungsanlagen. Der Hersteller VEB Fernmeldewerk Arnstadt war ein bedeutender Betrieb der DDR-Nachrichtentechnik, der sich auf Telefon- und Vermittlungstechnik spezialisierte. Die Maschine musste die für den Telefonbetrieb notwendigen Ruf- und Hörsignale zu erzeugen. Dazu gehörten die Rufwechselspannung für das Läuten der Telefonapparate sowie die charakteristischen Hörzeichen wie Wählton, Freiton und Besetztzeichen.
In elektromechanischen Vermittlungsstellen stellte die Ruf- und Signalmaschine eine zentrale Betriebseinrichtung dar; ihr Ausfall konnte die Funktion der gesamten Vermittlungsstelle beeinträchtigen.
Technisch arbeitet die RSM als Motor-Generator-Umformer. Ein Elektromotor treibt über eine gemeinsame Welle Generatoren und Schaltwerke an, die die erforderlichen Frequenzen und Taktfolgen erzeugen.
Typisch waren Rufspannungen von 55-75V bei ca. 25 Hz für die Anrufsignalisierung sowie Hörtonfrequenzen um 450 Hz für die akustischen Vermittlungssignale. Für die Bereitstellung von Steuer- und Zeitkontakten hatte die Maschine 15VA Leistung und 60V Versorgungsspannung.
Die RSM 1 dokumentiert eine wichtige Epoche der Fernmeldetechnik, in der akustische Telefonsignale noch vollständig elektromechanisch erzeugt wurden. Erst mit der Einführung elektronischer Vermittlungstechnik wurden solche Maschinen durch elektronische Tongeneratoren ersetzt.
Funktion:
Erzeugung der Rufspannung für Telefonapparate sowie der akustischen Vermittlungssignale (Wählton, Freiton, Besetztton und weitere Betriebszeichen) in Fernsprechvermittlungsanlagen.
Zustand / Preis /Wert:
gebraucht, nicht geprüft, ursprünglicher Einsatz in Chemnitz, Sammlerwert je nach Zustand und Vollständigkeit ca. 50–200 €
Provenienz:
EDV-Amt Stadt Chemnitz
Schlagwörter:
Fernmeldetechnik, Telefonie, Vermittlungsstelle, Ruf- und Signalmaschine, Nachrichtentechnik, DDR, RFT, Elektromechanik, Fernsprechtechnik, 1960er Jahre
Bemerkungen:
Ruf- und Signalmaschinen gehörten zu den unverzichtbaren Baugruppen analoger Telefonvermittlungsstellen. Größere Anlagen verfügten häufig über zwei Maschinen, um bei einem Ausfall automatisch auf ein Reservegerät umschalten zu können. Die von der Maschine erzeugten und damals allbekanntenTonfolgen prägten jahrzehntelang die akustische Wahrnehmung des Telefonnetzes.
Die verschiedenen Telefon-Signale wurden durch das Zusammenspiel von:
Motor, Nockenwerk, Kontakten, Relais erzeugt.
Die Maschine ist damit ein typisches Beispiel für die Fernmeldetechnik der 1950er- und frühen 1960er-Jahre, unmittelbar vor dem Übergang zu transistorisierten Tongeneratoren.
Der Hersteller in Arnstadt war ab 1938 ein Zweigwerk des Erstaustatters der Industrieschule Chemnitz „Siemens & Halske“.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
Literatur / Vergleichsobjekte:
VEB Fernmeldewerk Arnstadt – historische Produktionsunterlagen und Fernmeldetechnik-Dokumentationen.
www.robotrontechnik.de
Vergleichsobjekte: RSM Fernsig 5030, Ruf- und Signalmaschine RSM Bauart 30
Vermittlungstechnik-Wählsystem 22 (Siemes-Schuckertwerke), elektromechanische Ruf- und Signalmaschinen in Ortsvermittlungsstellen der Deutschen Post.
KI-Unterstützung
RSM1 Rückseite (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
RSM1 Typenschild (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
RSM1 Motor (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
RSM1 Typenschild Motor (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)

Ascota Klasse 112

#0123

Ascota 112 (Bild: MEIK KohlsM Originalobjekt)

Objektbezeichnung:
Elektromechanische Schnell-Saldiermaschine
Hersteller / Marke / Herstellungsort
VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt
Modell:
Ascota Klasse 112
Objektart:
Büromaschine / Rechentechnik / Buchungsmaschine
Datierung:
1953 – 1958
Maße:
B/H/T ca. 47 x 22 x 43 cm
Gewicht:
ca .14 kg
Seriennummer / sonstige Nummern:
112 – 14745
Material / Technik:
Metall / Kunstoff (hellgrau), Metallgehäuse mit Lackierung, elektromechanisches Rechenwerk, elektrische Tastatursteuerung, Saldier- und Addierwerk, Netzbetrieb, 2-Farbdruck (schwarz/rot), Einsatz von Papierrollen oder A4-Formularen möglich.
Bei der 112 handelt es sich um eine Variante der 110, die mit einem Schüttelwagen ausgerüstet war. Dadurch war ein Druck in 2 einstellbaren Spalten möglich.
Beschreibung:
Elektrische Schnell-Saldiermaschine mit 32 cm breitem Schüttelwagen. Sie verfügt über einen Universalmotor für verschiedene Stromarten und Spannungen (110-220V Gleich- oder Wechselspannung).
Im Gegensatz zu klassischen mechanischen Rechenmaschinen arbeitete die Ascota Klasse 112 elektromechanisch. Die Eingabe erfolgte über eine Volltastatur, während die Berechnungen durch elektrisch angetriebene Rechenwerke, welche selbst mechanisch nach dem Zahnstangen-/ Zahnradprinzip arbeiten, ausgeführt wurden. Dadurch konnten umfangreiche Rechen- und Buchungsvorgänge wesentlich schneller bearbeitet werden als mit handbetriebenen Maschinen.
Funktion:
Addition / Subtraktion / Multiplikation
Bildung von Zwischensummen und Salden sowie Unterstützung von Buchhaltungs- und Kontierungsarbeiten. Sie fand vor allem in Buchhaltungen, Banken, Handelsbetrieben, Versicherungen und staatlichen Verwaltungen Verwendung.
Zustand / Preis /Wert:
guter Zustand, funktionsfähig, ca 200€
Provenienz:
„Die Welt der DDR“ in Dresden (Auktion 2023)
Schlagwörter:
Rechenmaschine, Rechentechnik, Bürotechnik, Büroautomation, DDR, 50er Jahre, Astra, Ascota, Schnell-Saldiermaschine, Buchungsmaschine, Buchhaltung, Elektromechanik
Bemerkungen:
Schnell-Saldiermaschinen stellen eine wichtige Entwicklungsstufe zwischen mechanischen Rechenmaschinen und den späteren elektronischen Buchungs- und Computersystemen dar.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
Original Bedienungsanleitung
Literatur / Vergleichsobjekte:
https://www.robotrontechnik.de/index.htm?/html/computer/ascota.htm

Ascota Büromaschinenwerk Chemnitz – Bedienungs- und Wartungsunterlagen
Sammlungen historischer Büromaschinen und Buchungsmaschinen
Vergleichsobjekte: Rheinmetall Supermetall, Mercedes-Euklid Buchungsmaschine
Ascota 112 Seriennummer (Bild: MEIK KohlsM Originalobjekt)
Ascota 112 Rückseite (Bild: MEIK KohlsM Originalobjekt)
Ascota 112 Bedienungsanleitung (Bild: MEIK KohlsM Originalobjekt)
Ascota 112 Beispiel aus der Bedienungsanleitung (Bild: MEIK KohlsM Originalobjekt)
Ascota 112 Bedienungsanleitung Rückseite (Bild: MEIK KohlsM Originalobjekt)

Konkret 100

#0006

Konkret 100 (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Objektbezeichnung:
Elektronischer Taschenrechner
Hersteller / Marke / Herstellungsort
VEB Röhrenwerk Mühlhausen im VEB Kombinat Mikroelektronik RFT DDR
Modell:
Konkret 100 grau
Objektart:
Rechentechnik / Taschenrechner / Konsumelektronik
Datierung:
1976 (Produktionsstart)
Originalobjekt 1982 (Verkaufsdatum: 25. Januar 1982)
Maße:
B/H/T ca. 8,6 x 2,2-4 x 16,5 cm
Gewicht:
ca. 280 g
Seriennummer / sonstige Nummern:
Seriennummer: 66471
Material / Technik:
Graues Kunststoffgehäuse, integrierte Mikroelektronik mit Schaltkreis U821D, 8-stellige rote LED-Anzeige, Stromversorgung durch 4 × R6-Batterien (AA-Zellen 1,5V) oder externes Netzteil für 220 V Wechselstrom (4,6V/2,5W), Grundrechenarten, Kettenrechnung, Gleitkomma
Beschreibung:
Elektronischer Taschenrechner aus DDR-Produktion. Er gehört zu den frühen Taschenrechnern der DDR-Mikroelektronikproduktion. Die Stromversorgung erfolgte wahlweise über vier R6-Batterien oder ein externes Netzteil für 220 V Wechselstrom. Die leuchtstarke LED-Anzeige gewährleistete eine gute Ablesbarkeit der Rechenergebnisse, erforderte jedoch einen höheren Energieverbrauch als die später verbreiteten LCD-Anzeigen. Weiterentwicklungen waren die Modelle Konkret 200, 400 und 600. Diese höherpreisigen Modelle (1180-1600 M) waren vorzugsweise im betrieblichen Einsatz.
Funktion/Einsatz:
Das Gerät wurde für den Einsatz in Schule, Beruf und Haushalt entwickelt.
Zustand / Preis /Wert:
gebraucht mit sichtbaren Gebrauchsspuren, Einstiegspreis 1976: 900 Mark der DDR, später 337,30 M bis 235,- M zzgl. 20 M für das Netzteil
Provenienz:
VEB Chemiewerk Nünchritz (Spende Wacker Chemie, Abholung Förderverein)
Schlagwörter:
DDR, Taschenrechner, Mikroelektronik, Konsumelektronik, Rechentechnik, Bildungsgeschichte, Alltagsgeschichte, 1980er Jahre, 1970er Jahre
Bemerkungen:
Die rote LED-Anzeige ist charakteristisch für Taschenrechner der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre. Der Konkret 100 war Nachfolger der Minirex-Serie.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
OVP, Netzteil, Bedienungsanleitung (Druckvermerk 1981), Garantieschein
Literatur / Vergleichsobjekte:
Bedienungsanleitung KONKRET 100 (Druckvermerk 1981)
VEB Mikroelektronik „Wilhelm Pieck“ Mühlhausen – Produktunterlagen und Kataloge
Sammlungen historischer DDR-Taschenrechner und Rechentechnik
KI-Unterstützung
Bedienungsanleitung Konkret 100 (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Konkret 100 Auszug BA (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Garantieschein Konkret 100 (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)

CPU – MME U830Cm

#0046

U830Cm U5 MME
U830Cm U5 MME (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Objektbezeichnung:
8-Bit-Mikroprozessor
Hersteller / Marke / Herstellungsort
VEB Mikroelektronik „Karl Marx“ Erfurt
Modell:
U830Cm U5 MME
Objektart:
Elektronisches Bauelement / Mikroelektronik / Prozessor
Datierung:
1980
Maße:
ca. 5 × 2 × 0,5 cm (DIP-Gehäuse)
Gewicht:
Ca. 10 g
Seriennummer / sonstige Nummern:
U830Cm U5 MME DDR
Produktions- und Chargencode: 43014E
Material / Technik:
Silizium-Halbleitertechnik, MOS-Technologie, Dual-Inline-Package (DIP-40), 8-Bit-Architektur, kompatibel zur Prozessorfamilie Zilog Z80
Beschreibung:
8-Bit-Mikroprozessor aus DDR-Produktion im schwarzen Kunststoff-DIP-Gehäuse mit 40 Anschlusskontakten. Der Prozessor U830C gehört zu den wichtigsten Mikroprozessoren der DDR-Computertechnik der frühen 1980er-Jahre. Er wurde in zahlreichen Computern, Lernsystemen, Industrieanlagen und Automatisierungssystemen der DDR eingesetzt. Die Entwicklung solcher Mikroprozessoren war Teil des staatlichen Mikroelektronikprogramms zur technologischen Eigenständigkeit innerhalb des Ostblocks. Der Prozessor fand unter anderem Verwendung in Heim- und Bildungscomputern wie dem Poly-880 sowie in verschiedenen industriellen Steuerungs- und Rechensystemen. Das Objekt dokumentiert die Leistungsfähigkeit und zugleich die technologischen Grenzen der DDR-Halbleiterindustrie während des Kalten Krieges.
Funktion:
Steuerung und Verarbeitung digitaler Daten in Mikrocomputern, Rechentechnik und elektronischen Steueranlagen.
Zustand / Preis /Wert:
unbenutzt, funktionsfähig nicht geprüft / ursprünglicher DDR-Industriepreis unbekannt / heutiger Sammlerwert ca. 20–80 €
Provenienz:
Spende an Förderverein Freundeskreis der Industrieschule Chemnitz e. V.
Schlagwörter:
DDR, Mikroelektronik, Mikroprozessor, Computertechnik, Halbleitertechnik, Z80-Kompatibilität, U830, Rechentechnik, 1980er Jahre
Bemerkungen:
Die Bezeichnung „U830“ verweist auf einen in der DDR gefertigten, zum Zilog Z80 kompatiblen Mikroprozessor.
U830 = Grundtyp des Prozessors
C = überarbeitete bzw. schnellere Version des U830
m = Variantenkennzeichnung (Gehäuse-/Selektions- oder Produktionsvariante)
U5 = zusätzliche Fertigungs- oder Qualitätskennzeichnung
asse
MME = Herstellerverbund Mikroelektronik Erfurt
DDR = Herkunftsland Deutsche Demokratische Republik
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
Fachliteratur zu Mikroprozessoren
Literatur / Vergleichsobjekte:
VEB Mikroelektronik „Karl Marx“ Erfurt – technische Unterlagen und Datenblätter
Computermuseen und Sammlungen zur DDR-Mikroelektronik
Fachliteratur zur Halbleiter- und Computertechnik der DDR
KI-Unterstützung
U830Cm U5 MME Unterseite (Bild: MEIK MüllerUJ Originalbild)

Poly-880

#0122

Poly-880 (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Objektbezeichnung:
Bildungscomputer / Lerncomputer
Hersteller / Marke / Herstellungsort
VEB Polytechnik Karl-Marx-Stadt
Modell:
Poly-880
Objektart:
Computertechnik / Lerncomputer / Mikrocomputer
Datierung:
1985
Maße:
B/H/T ca. 34 × 8 × 24 cm
Gewicht:
Ca. 3 kg
Seriennummer / sonstige Nummern:
modellabhängig, rückseitiges Typenschild
Material / Technik:
Kunststoff- und Metallgehäuse, Mikroprozessortechnik auf Basis des U880-Prozessors (Z80-kompatibel), mechanische Tastatur mit Kunststofftasten, LED- bzw. Segmentanzeigen, Anschlussmöglichkeiten für Kassettenrekorder und Fernseher, Netzbetrieb
Beschreibung:
Bildungs- und Lerncomputer aus der DDR mit integrierter mechanischer Tastatur und modular aufgebauter Mikropro­zessortechnik. Der Poly-880 wurde Mitte der 1980er-Jahre entwickelt und  im schulischen Bereich, in Pionier­häusern sowie Technik-AG‘s zur Vermittlung grundlegender Kenntnisse der Mikroprozessortechnik eingesetzt.
Funktion:
Vermittlung von Grundlagen der Programmierung und Mikroprozessortechnik; Ausführung einfacher Computerprogramme und Lernanwendungen.
Zustand / Preis /Wert:
funktionsfähig mit altersbedingten Gebrauchsspuren / ursprünglicher Verkaufspreis ca. 2.500–3.000 Mark der DDR / heutiger Sammlerwert ca. 150–500 € je nach Erhaltungszustand und Zubehör
Provenienz:
Spende Andreas Richter (Freiberg)
Schlagwörter:
DDR, Mikrocomputer, Bildungscomputer, Lerncomputer, Polytechnik, Rechentechnik, 1980er Jahre
Bemerkungen:
Die Bezeichnung „880“ verweist auf den verwendeten U880-Mikroprozessor.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
Originale Bedienungsanleitungen, Koffer schwarz, Netzanschlussleitung, Anschlusskabel zu Geracord, externe Schaltung mit LED’s, sonstige Dokumente
Literatur / Vergleichsobjekte:
VEB Polytechnik Karl-Marx-Stadt – zeitgenössische Lehr- und Bedienunterlagen
Computermuseen und Sammlungen zur DDR-Computertechnik
Fachliteratur zur Mikroelektronik und Computertechnik der DDR
KI-Unterstützung
Poly-880 im Koffer (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)

MR 610

#0001

MR 610 ( (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Objektbezeichnung:
Wissenschaftlicher Taschenrechner
Hersteller / Marke / Herstellungsort
VEB Mikroelektronik „Wilhelm Pieck“ Mühlhausen (DDR) RFT
Modell:
MR 610
Objektart:
Rechentechnik / Taschenrechner / Mikroelektronik
Datierung:
1986
Maße:
B/H/T ca. 8 × 2 × 16 cm
Gewicht:
Ca. 250 g
Seriennummer / sonstige Nummern:
modellabhängig, rückseitiges Typenschild
Material / Technik:
Kunststoffgehäuse, integrierte Mikroelektronik, alphanumerische Vakuumfluoreszenzanzeige (VFD), wissenschaftliche Rechenfunktionen, Akku- bzw. Netzbetrieb über externes Netzteil/Ladegerät
Beschreibung:
Wiss. programmierbarer TR mit vielen math. Funkt. f. techn., wissenschaftl. u. schul. Anwendungen (Trigon., Log., Statistik, Speicherfunkt.) Galt Mitte der 1980er-Jahre als Spitzenmodell der DDR-TR-Produktion.
Er hat ein robustes Gehäuse, eine leuchtstarke VFD-Anzeige sowie viele spezialisierte Funktionstasten. Einsatz vor allem in Bildungseinrichtungen, Ingenieurwesen und naturwissenschaftlichen Bereichen.
Funktion:
Wissenschaftliche u. techn. Berechnungen incl. trigonometrischer, statistischer u. algebraischer Funktionen.
Zustand / Preis /Wert:
gebraucht, funktionsfähig mit altersbedingten Gebrauchsspuren / Verkaufspreis 1980: 730 Mark der DDR /  1989: 205,- M, heutiger Sammlerwert ca. 80–200 € je nach Zustand und Zubehör
Provenienz:
Spende Uwe Walther (Industrieschule und Adorf)
Schlagwörter:
DDR, Taschenrechner, Mikroelektronik, wissenschaftlicher Rechner, Rechentechnik, Bürotechnik, Bildungsgeschichte, 1980er Jahre
Bemerkungen:
Der MR 610 gehörte zu den leistungsfähigsten in der DDR produzierten TR und wurde wegen seiner techn. Ausstattung häufig als „Flaggschiff“ der DDR-Taschenrechnerproduktion bezeichnet.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
Hülle braun, Bedienungsanleitung
Literatur / Vergleichsobjekte:
VEB Mikroelektronik „Wilhelm Pieck“ Mühlhausen – Bedienungs- und Serviceunterlagen
Sammlungen zur DDR-Mikroelektronik, Fachliteratur zu TR- und Computertechnik der DDR
KI-Unterstützung
Foto Müller, U.-J. (Originalobjekt MEIK)
Bedienungsanleitung (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)