Schlagwortarchiv: Bürotechnik

Walther ETR21S

#0010

ETR21S (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Objektbezeichnung:
Elektronischer Tischrechner
Hersteller / Marke / Herstellungsort
ursprünglich Carl Walther GmbH Ulm
(früher Zella-Mehlis)
Walther Büromaschinen GmbH Gerstetten
Modell:
Walther ETR21S
Objektart:
Rechentechnik / Büromaschine / Elektronischer Tischrechner
Datierung:
1972 (Produktion und Markteinführung)
Maße:
27,0 × 21,0 × 9,5 cm (L × B × H)
Gewicht:
ca. 1,84 kg
Seriennummer / sonstige Nummern:
2250578 / 5003585
Material / Technik:
Kunststoffgehäuse, elektronische Schaltungstechnik auf Basis integrierter Schaltkreise, Panaplex-Gasplasmaanzeige von Burroughs, Netzbetrieb 220 V Wechselstrom. Ein- und Ausgabe jeweils 12-stellig, Rechenkapazität 14 Stellen.
Beschreibung:
Als elektronischer Tischrechner der frühen 1970er-Jahre gehört dieser zur ETR-Baureihe der Walther Büromaschinen GmbH. Das Gerät repräsentiert den Übergang von mechanischen und elektromechanischen Rechenmaschinen zu vollelektronischen Bürorechnern. Die kompakte Bauweise und die digitale Anzeige ermöglichten eine deutlich schnellere und geräuschlose Arbeitsweise gegenüber den bis dahin üblichen Rechenmaschinen.

Besonders charakteristisch ist die Panaplex-Anzeige des US-amerikanischen Herstellers Burroughs. Diese Gasplasma-Anzeigetechnik erzeugt leuchtend orangefarbene Ziffern und stellt eine wichtige Entwicklungsstufe zwischen Nixie-Röhren und späteren LED- und LCD-Anzeigen dar.
Funktion:
Elektronische Durchführung der vier Grundrechenarten sowie kaufmännischer Berechnungen mit Konstanten-, Prozent-, Rundungs- und Speicherfunktionen.
Weitere Zusatzfunktionen wie Kalkulationsautomatik, Kommaautomatik für Fließ- und Festkomma, einstellbare kaufmännische Rundung (5/4-Rundung) sowie ein saldierendes Speicherwerk zur Speicherung von Ergebnissen und Operanden sowie eine automatische Einschaltlöschung erleichterte die tägliche Bedienung.
Zustand / Preis /Wert:
gebraucht, funktionsfähig, Neupreis 1973: ca. 899 DM, heutiger Sammlerwert im vorliegenden Zustand bis max. 150 €
Provenienz:
MBN Naunhof
Schlagwörter:
Walther, ETR21S, Tischrechner, Elektronischer Rechner, Bürotechnik, Panaplex, Gasplasmaanzeige, Rechentechnik, Informationstechnik, 1970er Jahre
Bemerkungen:
Der Walther ETR21S als früher elektronischer Tischrechner deutscher Produktion dokumentiert den tiefgreifenden Technologiewandel in der Bürotechnik der frühen 1970er-Jahre, als elektronische Rechner die mechanischen Rechenmaschinen zunehmend verdrängten.
Die Verwendung einer Panaplex-Anzeige sowie die umfangreichen kaufmännischen Funktionen machen das Gerät zu einem repräsentativen Beispiel der ersten Generation integrierter elektronischer Bürorechner.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
Gerätekabel
Literatur / Vergleichsobjekte:
Historische Produktkataloge der Walther Büromaschinen GmbH und Sammlungen elektronischer Rechentechnik (z. B. ISER – Informatik-Sammlung Erlangen)
KI-Unterstützung
Walther ETR2, Walther ETR22
Sharp Compet CS-16A
Canon Canola 1200
ETR21S (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
ETR21S Rückseite (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
ETR21S Gerätenummern (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)

Ascota Klasse 112

#0123

Ascota 112 (Bild: MEIK KohlsM Originalobjekt)

Objektbezeichnung:
Elektromechanische Schnell-Saldiermaschine
Hersteller / Marke / Herstellungsort
VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt
Modell:
Ascota Klasse 112
Objektart:
Büromaschine / Rechentechnik / Buchungsmaschine
Datierung:
1953 – 1958
Maße:
B/H/T ca. 47 x 22 x 43 cm
Gewicht:
ca .14 kg
Seriennummer / sonstige Nummern:
112 – 14745
Material / Technik:
Metall / Kunstoff (hellgrau), Metallgehäuse mit Lackierung, elektromechanisches Rechenwerk, elektrische Tastatursteuerung, Saldier- und Addierwerk, Netzbetrieb, 2-Farbdruck (schwarz/rot), Einsatz von Papierrollen oder A4-Formularen möglich.
Bei der 112 handelt es sich um eine Variante der 110, die mit einem Schüttelwagen ausgerüstet war. Dadurch war ein Druck in 2 einstellbaren Spalten möglich.
Beschreibung:
Elektrische Schnell-Saldiermaschine mit 32 cm breitem Schüttelwagen. Sie verfügt über einen Universalmotor für verschiedene Stromarten und Spannungen (110-220V Gleich- oder Wechselspannung).
Im Gegensatz zu klassischen mechanischen Rechenmaschinen arbeitete die Ascota Klasse 112 elektromechanisch. Die Eingabe erfolgte über eine Volltastatur, während die Berechnungen durch elektrisch angetriebene Rechenwerke, welche selbst mechanisch nach dem Zahnstangen-/ Zahnradprinzip arbeiten, ausgeführt wurden. Dadurch konnten umfangreiche Rechen- und Buchungsvorgänge wesentlich schneller bearbeitet werden als mit handbetriebenen Maschinen.
Funktion:
Addition / Subtraktion / Multiplikation
Bildung von Zwischensummen und Salden sowie Unterstützung von Buchhaltungs- und Kontierungsarbeiten. Sie fand vor allem in Buchhaltungen, Banken, Handelsbetrieben, Versicherungen und staatlichen Verwaltungen Verwendung.
Zustand / Preis /Wert:
guter Zustand, funktionsfähig, ca 200€
Provenienz:
„Die Welt der DDR“ in Dresden (Auktion 2023)
Schlagwörter:
Rechenmaschine, Rechentechnik, Bürotechnik, Büroautomation, DDR, 50er Jahre, Astra, Ascota, Schnell-Saldiermaschine, Buchungsmaschine, Buchhaltung, Elektromechanik
Bemerkungen:
Schnell-Saldiermaschinen stellen eine wichtige Entwicklungsstufe zwischen mechanischen Rechenmaschinen und den späteren elektronischen Buchungs- und Computersystemen dar.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
Original Bedienungsanleitung
Literatur / Vergleichsobjekte:
https://www.robotrontechnik.de/index.htm?/html/computer/ascota.htm

Ascota Büromaschinenwerk Chemnitz – Bedienungs- und Wartungsunterlagen
Sammlungen historischer Büromaschinen und Buchungsmaschinen
Vergleichsobjekte: Rheinmetall Supermetall, Mercedes-Euklid Buchungsmaschine
Ascota 112 Seriennummer (Bild: MEIK KohlsM Originalobjekt)
Ascota 112 Rückseite (Bild: MEIK KohlsM Originalobjekt)
Ascota 112 Bedienungsanleitung (Bild: MEIK KohlsM Originalobjekt)
Ascota 112 Beispiel aus der Bedienungsanleitung (Bild: MEIK KohlsM Originalobjekt)
Ascota 112 Bedienungsanleitung Rückseite (Bild: MEIK KohlsM Originalobjekt)

Triumphator CRN1

#0002

Triumphator CRN1 (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Objektbezeichnung:
Mechanische Rechenmaschine
Hersteller / Marke / Herstellungsort
VEB Triumphator-Rechenmaschinenfabrik Leipzig (Mölkau) DDR
Modell:
Triumphator CRN1
Objektart:
Rechentechnik / Büromaschine / Mechanische Rechenmaschine
Datierung:
1953 – 1958
Maße:
B/H/T ca. 33 × 18 × 38 cm
Gewicht:
6,4 kg
Seriennummer / sonstige Nummern:
198504 CRN1
Material / Technik:
Metallgehäuse mit Lackierung (hier weinrot), mechanisches Staffelwalzen- bzw. Sprossenrad-Rechenwerk, numerische Einstellschieber, Handkurbelbetrieb, ein mechanisches Zähl- und Resultatwerk (Simplexmaschine)
Beschreibung:
Mechanische Tischrechenmaschine mit Handkurbelantrieb nur zur Durchführung der vier Grundrechenarten (Vierspezies-Maschine) ohne weitere Funktionen. Die Triumphator CRN1 gehört zu den klassischen Bürorechenmaschinen in der Mitte des 20. Jahrhunderts und wurde vor allem in Verwaltung, Handel, Wissenschaft und Technik eingesetzt. Das Gerät besitzt ein robustes Metallgehäuse mit numerischen Einstellschiebern auf der Oberseite, einem mechanischen Resultatwerk sowie einer seitlich angebrachten Handkurbel zur Ausführung der Rechenoperationen.
Rechenmaschinen dieser Bauart ermöglichten schnelle und vergleichsweise präzise Berechnungen lange vor der Verbreitung elektronischer Tischrechner und Computer. Die Triumphator-Werke in Leipzig gehörten zu den bedeutenden deutschen Herstellern mechanischer Rechentechnik und exportierten ihre Geräte international. Die CRN1 dokumentiert den Übergang von mechanischer zu elektromechanischer und später elektronischer Büroautomation.
Funktion:
Mechanische Durchführung von Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division mittels Kurbelantrieb.
Zustand / Preis /Wert:
gebraucht, mechanisch funktionsfähig, sehr guter Zustand / ursprünglicher Verkaufspreis: 595 DM (1955) / 545 DM (1958) / heutiger Sammlerwert ca. 80–300 € je nach Zustand und Vollständigkeit
Provenienz:
MBN Naunhof
Schlagwörter:
Rechenmaschine, Mechanik, Bürotechnik, Rechentechnik, Triumphator, Büroautomation, Mechanische Rechenmaschine, 1950er Jahre
Bemerkungen:
Die Triumphator-Rechenmaschinen basierten auf mechanischen Rechenwerken und gehörten zu den letzten weit verbreiteten nicht-elektronischen Büromaschinen vor dem Aufkommen elektronischer Rechner in den 1960er- und 1970er-Jahren.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
Literatur / Vergleichsobjekte:
Triumphator-Werke – historische Produktkataloge und Bedienungsanleitungen
Calcuseum – Datenbank historischer Rechenmaschinen
Technische Sammlungen zur Geschichte mechanischer Büromaschinen
KI-Unterstützung
Triumphator CRN1 Rückseite (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Triumphator CRN1 Bedienelemente (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)

MR 610

#0001

MR 610 ( (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Objektbezeichnung:
Wissenschaftlicher Taschenrechner
Hersteller / Marke / Herstellungsort
VEB Mikroelektronik „Wilhelm Pieck“ Mühlhausen (DDR) RFT
Modell:
MR 610
Objektart:
Rechentechnik / Taschenrechner / Mikroelektronik
Datierung:
1986
Maße:
B/H/T ca. 8 × 2 × 16 cm
Gewicht:
Ca. 250 g
Seriennummer / sonstige Nummern:
modellabhängig, rückseitiges Typenschild
Material / Technik:
Kunststoffgehäuse, integrierte Mikroelektronik, alphanumerische Vakuumfluoreszenzanzeige (VFD), wissenschaftliche Rechenfunktionen, Akku- bzw. Netzbetrieb über externes Netzteil/Ladegerät
Beschreibung:
Wiss. programmierbarer TR mit vielen math. Funkt. f. techn., wissenschaftl. u. schul. Anwendungen (Trigon., Log., Statistik, Speicherfunkt.) Galt Mitte der 1980er-Jahre als Spitzenmodell der DDR-TR-Produktion.
Er hat ein robustes Gehäuse, eine leuchtstarke VFD-Anzeige sowie viele spezialisierte Funktionstasten. Einsatz vor allem in Bildungseinrichtungen, Ingenieurwesen und naturwissenschaftlichen Bereichen.
Funktion:
Wissenschaftliche u. techn. Berechnungen incl. trigonometrischer, statistischer u. algebraischer Funktionen.
Zustand / Preis /Wert:
gebraucht, funktionsfähig mit altersbedingten Gebrauchsspuren / Verkaufspreis 1980: 730 Mark der DDR /  1989: 205,- M, heutiger Sammlerwert ca. 80–200 € je nach Zustand und Zubehör
Provenienz:
Spende Uwe Walther (Industrieschule und Adorf)
Schlagwörter:
DDR, Taschenrechner, Mikroelektronik, wissenschaftlicher Rechner, Rechentechnik, Bürotechnik, Bildungsgeschichte, 1980er Jahre
Bemerkungen:
Der MR 610 gehörte zu den leistungsfähigsten in der DDR produzierten TR und wurde wegen seiner techn. Ausstattung häufig als „Flaggschiff“ der DDR-Taschenrechnerproduktion bezeichnet.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
Hülle braun, Bedienungsanleitung
Literatur / Vergleichsobjekte:
VEB Mikroelektronik „Wilhelm Pieck“ Mühlhausen – Bedienungs- und Serviceunterlagen
Sammlungen zur DDR-Mikroelektronik, Fachliteratur zu TR- und Computertechnik der DDR
KI-Unterstützung
Foto Müller, U.-J. (Originalobjekt MEIK)
Bedienungsanleitung (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)