Kategoriearchiv: Telekommunikationstechnik

Siemens SX1

#0127

Siemens SX1 (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Objektbezeichnung:
Smartphone / Mobiltelefon
Hersteller / Marke / Herstellungsort
Siemens Mobile (Made in Germany)
Modell:
Siemens SX1
Objektart:
Kommunikationstechnik / Mobiltelefon / Smartphone
Datierung:
2004 (Vorstellung 02/2003, Markteinführung 12/2003, Einstellung 2005)
Maße:
109 x 56 x 19 mm
Gewicht:
119 g (ohne Akku 93 g)
Seriennummer / sonstige Nummern:
352079 00 089795 7 (S30880-S6500-RD)
Material / Technik:
Kunststoffgehäuse, TFT-Farbdisplay mit 65.536 Farben und einer Auflösung von 176 × 220 Pixeln, Betriebssystem Symbian OS 6.1 mit Series-60-Benutzeroberfläche, Prozessor TI OMAP 310 (ARM9, 120 MHz), 16 MB interner Speicher (davon ca. 4 MB frei nutzbar), Erweiterung mittels MMC-Speicherkarte, integrierte VGA-Kamera, Bluetooth, Infrarot-Schnittstelle, USB-Anschluss, GPRS, Triband-GSM (900/1800/1900 MHz), Lithium-Polymer-Akku mit 1.000 mAh.
Beschreibung:
Das Siemens SX1 war das erste Smartphone des Herstellers Siemens Mobile und zählt zu den technisch und gestalterisch innovativsten Mobiltelefonen der frühen 2000er-Jahre. Basierend auf dem Betriebssystem Symbian war es das erste Nicht-Nokia-Gerät mit der Nokia-Softwareplattform Series 60. Dadurch konnten zusätzliche Programme und Spiele installiert werden, womit das SX1 bereits wesentliche Eigenschaften moderner Smartphones besaß. Charakteristisch ist die ungewöhnliche Anordnung der numerischen Tasten links und rechts neben dem Display. Diese Konstruktion ermöglichte ein größeres, zentral angeordnetes Farbdisplay bei gleichzeitig kompakten Geräteabmessungen. Das Design unterschied sich deutlich von zeitgenössischen Mobiltelefonen und gilt als eines der markantesten Handy-Designs der 2000er-Jahre. Das Gerät verfügte bereits über Funktionen, die seiner Zeit voraus waren: integrierter MP3-Player, UKW-Radio, Videoaufzeichnung, Bluetooth, Speicherkartenerweiterung sowie die Möglichkeit, Anwendungen nachzuinstallieren und Daten drahtlos zu synchronisieren. Multitasking erlaubte beispielsweise das Musikhören während der Nutzung anderer Anwendungen.
Funktion:
Mobiltelefonie, Kurzmitteilungen, E-Mail, Termin- und Kontaktverwaltung, Multimediawiedergabe, Fotografie, Videoaufzeichnung, mobile Anwendungen und drahtlose Datenkommunikation.
Zustand / Preis /Wert:
gebraucht, Funktionszustand akkuabhängig / Einführungspreis ca. 700–750 US-Dollar / heutiger Sammlerwert ca. 50–250 € je nach Zustand, Zubehör und Funktionsfähigkeit.
Provenienz:
Industrieschule Chemnitz
Schlagwörter:
Siemens, SX1, Smartphone, Symbian, Series 60, Mobiltelefon, Multimedia, Bluetooth, Mobilfunkgeschichte, Digitale Kommunikation, 2000er Jahre
Bemerkungen:
Das Siemens SX1 entstand in einer Übergangsphase vom klassischen Mobiltelefon zum Smartphone. Viele seiner Funktionen – installierbare Apps, Multitasking, Multimediawiedergabe, Speicherkartenerweiterung und drahtlose Datenübertragung – gehören heute zur Standardausstattung moderner Smartphones. Trotz seiner innovativen Technik blieb der kommerzielle Erfolg hinter den Erwartungen zurück, wodurch das SX1 heute als bedeutendes und ungewöhnliches Zeugnis der frühen Smartphone-Geschichte gilt.

Zusammenfassung der Innovationen:
– Erstes Smartphone von Siemens
– Erstes Nicht-Nokia-Smartphone mit Symbian OS und Series-60-Plattform
– Unkonventionelle seitliche Tastaturanordnung mit großem Zentraldisplay
– Einer der ersten Mobiltelefone mit integriertem MP3-Player und UKW-Radio auf der Series-60-Plattform
– Unterstützung installierbarer Anwendungen und Spiele (Smartphone-Konzept)
– Erweiterbarer Speicher mittels MMC-Karten
– Multitasking-Betriebssystem mit drahtloser Synchronisation und Datenübertragung.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
OVP, Akku, Netzteil, Kopfhörer, Bedienungsanleitungen (Deutsch und Englisch), EULA Microsoft Pocket Software 2003, Prospekt Siemens Mobile „Entertainment at its best“ (Zubehörbeschreibung)
Literatur / Vergleichsobjekte:
Nokia 6600, Nokia 7650, Nokia N-Gage
Fachliteratur zur Geschichte des Mobilfunks und der frühen Smartphone-Entwicklung
Mobile Phone Museum
KI-Unterstützung
Siemens SX1 oben Cam/Antenne (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Siemens SX1 Infrarot links oben (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Siemens SX1 Push-to-Talk/Schnappschuss (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Siemens SX1 Wechselakku (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Siemens SX1 Zubehörbeschreibung (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Siemens SX1 Bedienungsanleitung (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)

RSM1

#0104

RSM1 (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
Objektbezeichnung:
Ruf- und Signalmaschine
Hersteller / Marke / Herstellungsort
VEB Fernmeldewerk Arnstadt (DDR, Vertrieb RFT)
VEB Elektromotorenwerk Hartha (Motor/Generator, DDR, VEM)
Modell:
RSM1
Objektart:
Fernmeldetechnik / Nachrichtentechnik / Vermittlungstechnik
Datierung:
1962 (Produktion der Geräte zwischen 1960 – 1970)
Maße:
B/H/T 38,5 x 20 x 27,5
Gewicht:
ca. 20 kg
Seriennummer / sonstige Nummern:
RSM 15VA GWN – 2133.009-21002Sp / Fabr.-Nr. 00107 (Maschine)
RSM 119 65 6665 55/34788 (Motor/Generator)
Material / Technik:
Metallgehäuse, Elektromotor, Generator, Nocken- und Schaltwerk, elektromechanische Signaltechnik, Gleich- und Wechselstromtechnik, Einsatz in Fernsprechvermittlungsanlagen.
Besonders auf der Rückseite der RSM1 sieht man mehrere Komponenten:
Antriebsmotor, das mechanische Nockenwerk zur Erzeugung der Ruf- und Hörzeichen (mechanisch programmiert) sowie der Relaisblock (RFT) zur Steuerung der Signalabläufe.
Die Signale des Telefonnetzes wurden vollständig elektromechanisch erzeugt – ohne elektronische Schaltungen oder Halbleiter.
Beschreibung:
Die RSM 1 (Ruf- und Signalmaschine) ist ein elektromechanischer Signalgeber für Fernsprechvermittlungsanlagen. Der Hersteller VEB Fernmeldewerk Arnstadt war ein bedeutender Betrieb der DDR-Nachrichtentechnik, der sich auf Telefon- und Vermittlungstechnik spezialisierte. Die Maschine musste die für den Telefonbetrieb notwendigen Ruf- und Hörsignale zu erzeugen. Dazu gehörten die Rufwechselspannung für das Läuten der Telefonapparate sowie die charakteristischen Hörzeichen wie Wählton, Freiton und Besetztzeichen.
In elektromechanischen Vermittlungsstellen stellte die Ruf- und Signalmaschine eine zentrale Betriebseinrichtung dar; ihr Ausfall konnte die Funktion der gesamten Vermittlungsstelle beeinträchtigen.
Technisch arbeitet die RSM als Motor-Generator-Umformer. Ein Elektromotor treibt über eine gemeinsame Welle Generatoren und Schaltwerke an, die die erforderlichen Frequenzen und Taktfolgen erzeugen.
Typisch waren Rufspannungen von 55-75V bei ca. 25 Hz für die Anrufsignalisierung sowie Hörtonfrequenzen um 450 Hz für die akustischen Vermittlungssignale. Für die Bereitstellung von Steuer- und Zeitkontakten hatte die Maschine 15VA Leistung und 60V Versorgungsspannung.
Die RSM 1 dokumentiert eine wichtige Epoche der Fernmeldetechnik, in der akustische Telefonsignale noch vollständig elektromechanisch erzeugt wurden. Erst mit der Einführung elektronischer Vermittlungstechnik wurden solche Maschinen durch elektronische Tongeneratoren ersetzt.
Funktion:
Erzeugung der Rufspannung für Telefonapparate sowie der akustischen Vermittlungssignale (Wählton, Freiton, Besetztton und weitere Betriebszeichen) in Fernsprechvermittlungsanlagen.
Zustand / Preis /Wert:
gebraucht, nicht geprüft, ursprünglicher Einsatz in Chemnitz, Sammlerwert je nach Zustand und Vollständigkeit ca. 50–200 €
Provenienz:
EDV-Amt Stadt Chemnitz
Schlagwörter:
Fernmeldetechnik, Telefonie, Vermittlungsstelle, Ruf- und Signalmaschine, Nachrichtentechnik, DDR, RFT, Elektromechanik, Fernsprechtechnik, 1960er Jahre
Bemerkungen:
Ruf- und Signalmaschinen gehörten zu den unverzichtbaren Baugruppen analoger Telefonvermittlungsstellen. Größere Anlagen verfügten häufig über zwei Maschinen, um bei einem Ausfall automatisch auf ein Reservegerät umschalten zu können. Die von der Maschine erzeugten und damals allbekanntenTonfolgen prägten jahrzehntelang die akustische Wahrnehmung des Telefonnetzes.
Die verschiedenen Telefon-Signale wurden durch das Zusammenspiel von:
Motor, Nockenwerk, Kontakten, Relais erzeugt.
Die Maschine ist damit ein typisches Beispiel für die Fernmeldetechnik der 1950er- und frühen 1960er-Jahre, unmittelbar vor dem Übergang zu transistorisierten Tongeneratoren.
Der Hersteller in Arnstadt war ab 1938 ein Zweigwerk des Erstaustatters der Industrieschule Chemnitz „Siemens & Halske“.
Zubehör oder andere Dokumente im Museum:
Literatur / Vergleichsobjekte:
VEB Fernmeldewerk Arnstadt – historische Produktionsunterlagen und Fernmeldetechnik-Dokumentationen.
www.robotrontechnik.de
Vergleichsobjekte: RSM Fernsig 5030, Ruf- und Signalmaschine RSM Bauart 30
Vermittlungstechnik-Wählsystem 22 (Siemes-Schuckertwerke), elektromechanische Ruf- und Signalmaschinen in Ortsvermittlungsstellen der Deutschen Post.
KI-Unterstützung
RSM1 Rückseite (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
RSM1 Typenschild (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
RSM1 Motor (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)
RSM1 Typenschild Motor (Bild: MEIK MüllerUJ Originalobjekt)